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Bericht Simon

Erfahrungsbericht Krk 2010:

Arbeiten wo andere Leute Urlaub machen. Das Schicksal eines in Meeresbiologie interessierten Studenten ist es, dass er mitunter den Neid seiner Mitmenschen auf sich zieht, wenn es darum geht, wo und in welchen Umständen er seine Arbeit erledigt. Ganz in diesem Sinne kam ich im Juli 2010 als Biologiestudent  nach Glavotok, Krk, um dort, in der Idylle einer der schönsten Küstenlandschaften des Mittelmeers, Daten für meine Bachelorarbeit zu sammeln. Da ein Forschungsprojekt dieser Dimension leider noch keine große Unterstützung erfährt, zumindest in finanzieller Hinsicht, nahm ich das Angebot von Branko Gaspar an, während meines Aufenthalts für die meeresbiologische Station von IRTDA mare-vivum.eu zu helfen.

Was fortan folgen sollte war, in jeder Hinsicht, gewinnbringend: für die vereinbarte zeit unterstützte ich als Meeresbiologe, Traum eines jeden Meeresbiologiestudenten, in Glavotok. Nun haftet dem Arbeiten in Urlaubsgebieten, wie oben schon erwähnt, immer etwas der Ruf an, dass es mehr Urlaub denn Arbeit ist. Weit gefehlt. Besonders die Verbindung zwischen Forschung, Meeresbiologie und Tauchbasis-Alltag ist eine Herausforderung die eine gewisse Portion Willen und Durchhaltevermögen fordert. Das klingt nun nach viel Schweiss (Krk im Sommer ist heiß!) und harter Arbeit und das ist es auch, doch es kommt der Zeitpunkt wo man die Früchte dieser Arbeit ernten kann. Diese beinhalten tiefe Einblicke in Tauchbasis-Alltag, Management und Planung und damit prägende Erfahrungen im Bereich Tourismus, praktische Anwendung biologischen Wissens, im speziellen Meeresbiologie, verbunden mit Freizeitaktivitäten wie Tauchen, Schnorcheln oder Kayaken, Umgang mit Menschen verschiedenster Herkunft und nicht zuletzt, eigenverantwortliches Arbeiten und „Management“ in einer Meeresbiologischen Station.

Besonderes letzteres war nur möglich, da mir von Branko und Marijana Gaspar, den Leitern der Tauchbasis, das Vertrauen geschenkt wurde nachdem ich bewiesen hatte dass ich auf Krk bin um ein Ziel zu verfolgen, zu arbeiten und vor allem Forschung zu betreiben.  Nur dadurch konnte ich mit einer gewissen Eigenständigkeit für den Erfolg der meeresbiologischen Station arbeiten, was in mir den Eifer noch steigerte und so weit führte, dass meine Arbeitgeber mich daran erinnern mussten, genug Zeit für meine Forschung aufzuwenden. Im Hinblick auf die Forschung führten die Forschung zu einer hervorragenden Bachelorarbeit und einer Publikation im Bulletin of Fish Biology (Brandl et al. (2011) First record of the clingfish Apletodon dentatus (Gobiesocidae) in the Adriatic Sea and a description of a simple method to collect clingfishes).

Nach getaner Arbeit und dem Abschluss des Bachelors studiere ich nun Meeresbiologie in Australien, beginne im Februar meinen Doktor und profitiere immer noch von meinen Erfahrungen, die ich in diesem Sommer gemacht habe. Im Nebenjob von meinen Tauchbasis-Erfahrungen, in universitärer Hinsicht von all den Vorträgen und Führungen für die Station, körperlich vom Muskelaufbau als Folge vom Flaschen schleppen (kein Witz!) und nicht zuletzt als Mensch, der in den Leitern der Tauchbasis, Branko und Marijana, sehr gute Freunde gefunden hat.

Als ich nach diesem Sommer 2010 in Kroatien nach Hause zurückkam fragten mich meine Freunde wie denn mein „Studierurlaub“  in Kroatien war. Nun, Urlaub war es beileibe nicht, auch wenn die Schönheit der kroatischen Adria gerne diesen Eindruck erweckt – es war harte Arbeit, aber es hat sich gelohnt und ich möchte die Zeit die ich dort geschuftet, geforscht und genossen hab um nichts in der Welt missen, da sie mir geholfen hat meinen Zielen ein bisschen näher zu kommen. Denn wer keine Ziele hat, der kann schließlich gleich in den Urlaub fahren.

Simon


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